Braunsbach aktuell

Die Perle des Kochertals, wie sich Braunsbach selbst bezeichnet, lebt nicht nur von Touristen, sondern hat auch ein eigenes Reisebüro für Kanutouren. Das versucht seit 11 Monaten in einem Container zu überleben. Direkt vor dem Haus, aus dem es im letzten Jahr herausgespült wurde. Seit über einhundertvierzig Jahren ist die Widmung des damaligen Bauherren über der Haustür zu lesen. Seit dem 29. Mai 2016 wird ihm eine ironische Ader unterstellt.

 

 

Das Cafe D'Schwarz hat seit 1. Februar wieder geöffnet. Treffen sich dort zwei Braunsbacher. Fragt der erste: "Nu, was für a Karra haschd Du jedzd?" "Golf." "Na, Haubdsache man isch wiedr bweglich."   Pause.   "Wieso lässchd eigendlich der Kurd sai roda Schrodthaufa ned endsorga?" "Die andera saga, er isch no klamm."

 

 

Anfang Mai 2017 wurde das letzte der schwerstgeschädigten Häuser abgerissen. Ein Jahr war nicht ausreichend, um die Schäden eines Abends unsichtbar werden zu lassen. Braunsbach ist 762 Jahre alt, hat Kriege überlebt und andere von Menschen zu verantwortende Katastrophen. Aber fast zerstört wurde es durch die Natur.

 

 

Braunsbach erholt sich zusehends. Am 1. Mai wurde der Gasthof "Zum Löwen" wieder eröffnet. Das Döttinger Tor kann als Ferienwohnung gemietet werden und die Radwanderer sind wieder da. Der Stolz auf die schöne Heimat kehrt zurück nach Braunsbach. Die höchste Talbrücke Deutschlands gehört inzwischen zu den "älteren" Sehenswürdigkeiten des Ortes. Die wirklich alten entstanden und entstehen langsam wieder in neuem Glanz.

 

Am 29. Mai 2017 gedachte Braunsbach in der provisorisch hergerichteten Burgenlandhalle mit einem ökumenischen Gottesdienst der Unwetterkatastrophe vor einem Jahr. Um 20.15 Uhr läuteten die Glocken beider Kirchen im Ort. Anschließend gab es die Uraufführung eines Dokumentarfilms über die Sturzflut.

Mitten unter den Braunsbachern in der völlig überfüllten Burgenlandhalle Koki van Trotten, die am Nachmittag Ihre Ausstellung "Heimsuchung" im Gasthof Zum Löwen eröffnet hatte.